Beilagen

 

[Hobbes über die ökonomische Rolle der Wissenschaft, über die Arbeit und den Wert]

||XX-1291a| Nach Hobbes ist die Wissenschaft, nicht die ausführende Arbeit, die Mutter der Künste.

Künste von gesellschaftlichem Nutzen, wie Festungsbau, die Herstellung von Kriegsmaschinen und anderen Kriegswerkzeugen, stellen Macht dar, da sie zur Verteidigung und zum Sieg beitragen; aber obwohl ihre wahre Mutter die Wissenschaft, nämlich die Mathematik, ist, so gelten dennoch, weil sie von der Hand des Handwerkers ans Licht gebracht wurden, diese als ihre Urheber, wie die Hebamme bei dem einfachen Volk als die Mutter gilt.“ („Leviathan“; English Works of Th. Hobbes. Edit. Molesworth, Lond. 1839-44, t. III, p. 75.)

Das Produkt der geistigen Arbeit – die Wissenschaft – steht immer tief unter ihrem Wert.  Weil die Arbeitszeit, die nötig ist, um sie zu reproduzieren, in gar keinem Verhältnis steht zu der Arbeitszeit, die zu ihrer Originalproduktion erforderlich ist.  Z.B. den binomischen Lehrsatz kann ein Schuljunge in einer Stunde lernen.

Arbeitsvermögen:

Der Wert eines Mannes ist, wie der aller anderen Dinge, gleich seinem Preis: das will besagen, so viel, wie für den Gebrauch seiner Kraft gezahlt wird.“ (l.c. p. 76, Hobbes, „Leviathan“.)  „Eines Mannes Arbeit“ (also der use of his labouring power1)„ ist ebenfalls, wie jedes andere Ding, eine Ware, die man mit Gewinn austauschen kann.“ (l.c. p. 233.)

Produktive und unproduktive Arbeit:

Es genügt nicht, daß ein Mann zur Erhaltung seines Lebens arbeitet; er muß auch kämpfen, wenn es zum Schutze seiner Arbeit nottut.  Man muß entweder, wie es die Juden nach ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft beim Wiederaufbau des Tempels taten, mit der einen Hand bauen und in der anderen das Schwert halten, oder man muß andere dingen, die für einen kämpfen.“ (l.c., Hobbes, p. 333.)  |XX-1291a||

Petty

[a) Bevölkerungstheorie – Kritik an den unproduktiven Berufen]

||XXII-1346|2 [Petty.] „A Treatise of Taxes, and Contributions“, London 1667.  Unser Freund Petty hat ganz andre „Populationstheorie“ als Malthus.  Nach ihm a check ought to be put upon the „breeding“ faculties of parsons, and the „Coelibat“ again put upon them3.

Dies alles gehört zur: Productive and unproductive labour.4

a) Parsons5:

Da es in England mehr Männer als Frauen gibt…, wäre es gut, wenn die Priester zu ihrem Zölibat zurückkehrten oder wenn niemand Priester sein könnte, solange er verheiratet ist … Und dann könnte unser unverheirateter Geistlicher ebensogut von der halben wie jetzt von seiner ganzen Pfründe leben.“ (p. 7, 8.)

Kaufleute und Retailers6:

Ein großer Teil von ihnen, dem nach Recht und Billigkeit nichts von der Gesellschaft zusteht, könnte ebenfalls ausgeschaltet werden, da sie nur eine Art Spieler sind, die untereinander ||1347| um die Arbeitsergebnisse der Armen spielen und selber nichts hervorbringen, sondern nur, wie Venen und Arterien, nach verschiedenen Richtungen das Blut und die Nährsäfte des Gesellschaftskörpers verteilen, nämlich das Produkt von Landwirtschaft und Manufaktur.“ (p. 10.)

c) Advokaten, Ärzte, Beamte etc.:

Wenn die zahlreichen Ämter und Sporteln, die mit Regierung, Rechtsprechung und Kirche zusammenhängen, und die Menge der Theologen, Juristen, Ärzte, Kaufleute und Krämer, die alle hohe Löhne empfangen für wenig Arbeit, die sie der Gesellschaft leisten, ebenfalls verringert würden – wieviel leichter könnten die gesellschaftlichen Ausgaben bestritten werden?“ (p. 11.)

d)  Paupers; supernumeraries7 :

Wer soll diese Menschen bezahlen?  Ich antwortete, jedermann … Ich denke, es ist klar, man sollte sie weder verhungern lassen noch hängen, noch weggeben etc.“ (p.12.)  Entweder gebe man ihnen „den Überfluß“, oder wenn kein solcher da, „im Falle kein Überschuß da ist …, wäre es schicklich, die Auserlesenheit der Ernährung der anderen in Quantität oder Qualität ein wenig zu beschneiden.“ (p. 12, 13.)  Die Arbeit, die man ihnen (den supernumeraries) auferlegt, gleichgültig; nur muß sie sein „ohne Aufwand von ausländischen Waren“; die Hauptsache ist, „ihr Gemüt an Disziplin und Gehorsam und ihren Leib an Ausdauer bei nützlicheren Arbeiten zu gewöhnen, wenn ein Bedürfnis das erfordern sollte.“ (p. 13.)  „Am besten, sie zum Bauen von Straßen, Brücken, Bergwerken etc, zu verwenden.“ (p. 11, 12.)

Bevölkerung, der Reichtum:

Kleinheit der Bevölkerung ist wirkliche Armut; und eine Nation, deren Bevölkerung acht Millionen beträgt, ist mehr als doppelt so reich wie eine andere, die auf gleich großem Gebiet bloß vier Millionen zählt.“ (p. 16.)

ad a) oben, Parsons.  Die Pfaffen behandelt Petty mit exquisiter Ironie:

Die Religion blüht am besten, wenn die Priester am meisten kasteit werden, wie… das Recht … am besten, wo die Advokaten verhungern.“ (p.57.)  Unter allen Umständen, rät er den parsons, „nicht mehr Pfaffen zu hecken, als die vorhandenen Pfründen absorbieren können“.  Z.B. 12000 benefices8 in England und Wales.  Dann „ist es unweis, 24000 Pfaffen zu hecken“.  Denn sonst machen die 12000 Unversorgten Konkurrenz, „und wie könnten sie das leichter tun, als indem sie das Volk überreden, die 12000 Pfründner vergifteten die Seelen, und hungerten selbige Seelen aus“ (dies mit Anspielung auf den englischen Religionskrieg) „und zeigten ihnen den Holzweg zum Himmel“. (p.57.)

[b) Bestimmung des Wertes durch die Arbeitszeit]

Ursprung und Schätzung des surplus value.  Dies geht etwas kunterbunt durcheinander; aber in all dem Herausringen der Gedanken findet sich das Schlagende zerstreut zusammen.

Petty unterscheidet zwischen natural price, political price, true price currant9 (p. 67).  Unter natural price versteht er in der Tat das value, und dieses ist es allein, was uns hier beschäftigt, da ||1348| von der Wertbestimmung die Bestimmung des surplus value abhängt.

In dieser Schrift bestimmt er in der Tat den Wert der Waren durch die comparative10 Quantität von Arbeit, die in ihnen enthalten ist.

Aber ehe wir zuviel von Renten sprechen, müssen wir ihre geheimnisvolle Natur zu erklären trachten, sowohl in bezug auf das Geld, dessen Rente wir Zins nennen, als auch in bezug auf Ländereien und Häuser.“ (p.23.)

α) Zuerst fragt es sich, was ist der Wert einer Ware?  näher – von Korn?

Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Innern der Erde Perus in derselben Zeit nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushel Korn brauchen würde, dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abbau neuer und ergiebiger Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Aufwand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, caeteris paribus.11“ (p.31.)  „Nehmen wir an, die Produktion eines Bushel Korn erfordere ebensoviel Arbeit wie die einer Unze Silber.“ (p.66.)  Dies ist zunächst der „reale und nicht eingebildete Weg, die Preise der Waren zu berechnen.“ (p.66.)

β) Der zweite Punkt, der nun zu untersuchen ist, ist der Wert der Arbeit.

Das Gesetz … sollte dem Arbeiter gerade das nach zum Leben Notwendige zugestehen; denn wenn man ihm das Doppelte zugesteht, dann arbeitet er nur halb soviel„ wie er hätte tun können und andernfalls getan hätte; das bedeutet für die Gesellschaft einen Verlust des Ergebnisses von soviel Arbeit.“ (p. 64.)

Der Wert der Arbeit also durch die notwendigen Lebensmittel bestimmt.  Der Arbeiter nur dadurch zur Surplusproduktion und Surplusarbeit bestimmt, daß man ihn zwingt, seine ganze dispositionsfähige Arbeitskraft zu verwenden, um selbst soviel zu erhalten, wie er grade braucht, um zu leben.  Indes ist die Wohlfeilheit oder Teuerkeit seiner Arbeit durch 2 Umstände bestimmt: natürliche Fruchtbarkeit und vom Klima bestimmtes Maß der Ausgaben (Bedürfnisse):

Natürliche Teuerkeit und Wohlfeilheit hängt davon ab, ob weniger oder mehr Hände erforderlich sind, die natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen: So ist Korn dort billiger„ wo ein Mann Korn für zehn produziert, als dort, wo er das nur für sechs tun kann; und außerdem von dem Maß, wie das Klima Menschen zu der Notwendigkeit höherer oder niedrigerer Ausgaben bestimmt.“ (p. 67.)

γ) Für ihn besteht das Surplus nur in zwei Formen: rent of land oder rent of money (usury)12.  Die letztre leitet er von der erstren ab.  Die erste für ihn, wie später für die Physiokraten, die eigentliche Form des surplus value (er erklärt aber zugleich, daß Korn einschließen soll all necessaries of life13, wie in dem „Lord's Prayer“ (Vaterunser) the word „Bread doth“ 14).

Er geht nun in der Darstellung nicht nur so [vor], daß er die Rente (das Surplus) darstellt als Überschuß, den der employer über die necessary time of labour15 zieht; sondern so, daß er sie als Überschuß der surplus labour des Produzenten selbst über seinen Arbeitslohn und den Ersatz seines eignen Kapitals darstellt.

Nehmen wir an, ein Mann bebaute mit eigener Hand eine bestimmte Fläche Land mit Korn, das heißt, er gräbt oder pflügt es um, eggt, rodet, erntet, fährt das Korn ein, drischt es, worfelt es, wie es der Ackerbau dieses Landes erfordert, und er hat über“ dies Saatgut, um es zu besäen.  Ich behaupte – wenn dieser Mann von seiner Ernte sein Saatgut abgezogen hat“ (also erstens von dem Produkt ein Äquivalent des konstanten Kapitals abgezogen) ||1349| „sowie alles das, was er selbst verzehrt und im Austausch für Kleidung und für sonstige natürliche Bedürfnisse an andere gegeben hat –, daß das, was on Korn übrigbleibt, die natürliche und wirkliche Bodenrente für dieses Jahr ist; und der Durchschnitt von sieben Jahren oder vielmehr die Zahl von Jahren, in denen Mißernten und gute Ernten ihren Kreislauf durchmachen, gibt die gewöhnliche Bodenrente in Korn.“ (p.23, 24.)

Es ist also in der Tat bei Petty, da der Wert des Korns durch die in ihm enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist, und die Rente gleich dem Gesamtprodukt minus dem Arbeitslohn und seed16, letztre gleich dem surplus produce, worin sich die surplus labour vergegenständlicht.  Die Rente schließt hier den Profit ein; er ist noch nicht getrennt von der Rente.

In derselben ingeniösen Weise fragt P[etty] weiter:

Aber eine weitere, wenn auch eine Nebenfrage ist die: Wieviel englisches Geld ist dieses Korn oder diese Rente wert? Ich erwidere, soviel wie das Geld, das ein anderer einzelner Mann in der gleichen Zeit über seine Ausgaben hinaus ersparen kann, wenn er sich ganz darauf wirft, es zu produzieren.  Nehmen wir also an, ein anderer Mann reise in ein Land, wo es Silber gibt, er grabe dort nach Silber, reinige es, bringe es an denselben Ort, wo der erste Mann sein Korn anbaut, präge dort Münzen usw.; wenn dieser Mann während der ganzen Zeit, in der er das Silber produzierte, sich gleich“ zeitig auch die zu seinem Unterhalt notwendige Nahrung und Kleidung erwarb, muß – sage ich – das Silber des einen an Wert dem Korn des anderen gleich geschätzt werden.  Das eine beläuft sich etwa auf zwanzig Unzen und das andere auf zwanzig Bushel.  Daraus folgt, daß der Preis eines Bushel von diesem Korn eine Unze Silber ist.“ (p. 24.)

Die Verschiedenheit der Arbeit, bemerkt er dabei ausdrücklich, ist ganz gleichgültig hierbei; es kömmt nur auf die Arbeitszeit an.

Und insofern möglicherweise mit der Produktion des Silbers mehr Kunst und mehr Risiko verbunden sein kann als mit der des Korns, so gliche sich das doch schließlich aus.  Man lasse hundert Mann zehn Jahre lang arbeiten, um Korn zu ernten, und dieselbe Zahl Leute die gleiche Zeit, um Silber zu gewinnen, und ich sage, daß der Reinertrag an Silber der Preis des gesamten Reinertrags on Korn sein wird und gleiche Teile des einen den Preis gleicher Teile des andern bilden werden.“ (p. 24.)

[c) Bestimmung des Bodenpreises, der Rente und des Zinses]

Nachdem er so die Rente, die hier gleich dem ganzen Mehrwert, Profit included17, und ihren Geldausdruck gefunden, setzt er sich nun dran, den Geldwert des Landes zu bestimmen, was wieder sehr genial.

Daher würden wir froh sein, den natürlichen Wert des frei verkäuflichen Bodens zu bestimmen, wenn auch nicht besser, als wir den des schon erwähnten usus fructus bestimmten.“ (p. 25.)  … „Nachdem wir die Rente oder den Wert des usus fructus per onnum gefunden haben, ist die Frage die, wie viele Jahresrenten (wie wir gewöhnlich sagen) bilden den natürlichen Wert des frei verkäuflichen Bodens? Sagen wir eine unendliche Anzahl, dann würde ein Acre Land an Wert gleich sein tausend Acres desselben Bodens, was absurd ist; eine Unendlichkeit von Einheiten ist gleich einer Unendlichkeit von Tausenden.  Daher müssen wir uns für eine etwas beschrän kte Zahl entscheiden, und ich meine, das ist die Zahl von Jahren, die ein Mensch von fünfzig Jahren, einer von achtundzwanzig und ein anderer von sieben Jahren, die gleichzeitig am Leben sind, Aussicht haben zu leben, das heißt Großvater, Vater und Kind.  Wenige Menschen haben Ursache, für fernere Nachkommenschaft zu sorgen… Ich nehme daher an, die Summe von Jahresrenten, die den natürlichen Wert eines Grundstücks bildet, sei gleich der gewöhnlichen ||1350| Lebensdauer von drei derartigen Personen.  Nun schätzen wir in England drei Leben auf einundzwanzig Jahre, und folglich sei der Wert des Landes ungefähr gleich derselben Summe von Jahresrenten.“ (p. 26.)

Nachdem er die Rente in Surplusarbeit und daher surplus value aufgelöst, erklärt er, das Land [habe] nichts zu sein als kapitalisierte Rente, d.h. eine bestimmte Summe von Jahresrenten oder die Summe von Renten während einer bestimmten Zahl von Jahren.

In der Tat wird die Rente so kapitalisiert oder als Wert des Landes berechnet:

Ein acre trage 10 l. Rente jährlich.  Ist der Zinsfuß = 5 p.c., so stellen 10 l. den Zins von einem Kapital von 200 l. vor, und, da zu 5 p.c. der Zins das Kapital in 20 Jahren ersetzt, wäre der Wert des acre = 200l. (20 x 10l.).  Die Kapitalisierung der Rente hängt also von dem Zinsfuß ab.  Wäre der Zinsfuß = 10 p.c., so stellte er den Zins von einem Kapital von 100 l.  Oder 10 years' purchase18 vor.

Da aber P[etty] von der rent of land als der allgemeinen Form des Mehrwerts ausgeht, die Profit einschließt, kann er nicht den Zins des Kapitals als gegeben voraussetzen, muß ihn vielmehr als besondre Form aus der Rente ableiten (wie es auch Turgot konsequent von seinem Standpunkt aus tut).  In welcher Weise soll er also die Jahreszahl, die Zahl der Jahresrenten bestimmen, die den Wert des Landes bildet?  Ein Mensch hat nur Interesse, so viele Jahresrenten zu kaufen, als er Jahre für sich und seine nächste posterity19 zu „sorgen“ hat; also so lange, als ein Durchschnittsmensch, Großvater, Vater und Kind, lebt, und dies sind 21 Jahre nach „englischer“ Schätzung.  Also, was jenseits 21 jährigem „usus fructus“ liegt, hat keinen Wert für ihn.  Er bezahlt daher den usus fructus von 21 Jahren, und dies bildet den Wert des Landes.  In seiner sinnreichen Weise hilft er sich aus der Verlegenheit; aber es bleibt dabei das Bedeutende,

daß erstens die Rente, als Ausdruck des gesamten agricultural surplus value, nicht aus dem Boden, sondern aus der Arbeit abgeleitet ist, das Surplus der Arbeit über das zum Lebensunterhalt des Arbeiters hinaus Nötige;

daß zweitens der Wert des Landes nichts ist als für eine bestimmte Zahl von Jahren voraus gekaufte Rente, eine verwandelte Form der Rente selbst, in der z.B. 21 Jahre surplus value (oder Arbeit) als Wert des Landes erscheint; kurz, der Wert des Landes nichts als kapitalisierte Rente.

So tief dringt Petty in die Sache ein.  Vom Standpunkt des Käufers der Rente (i.e. des Landes) erscheint so die Rente bloß als Zins seines Kapitals, womit er sie gekauft hat, und in dieser Form ist die Rente völlig unerkenntlich geworden und erscheint als Kapitalzins.

Nachdem Petty so den Wert des Landes und den Wert der Jahresrente bestimmt, kann er die rent of money oder usury als sekundäre Form ableiten.

Was den Zins anbelangt, so muß er mindestens soviel betragen wie die Rente von soviel Land, wie das geliehene Geld zu kaufen vermag, wo die Sicherheit außer Zweifel steht.“ (p. 28.)

Hier erscheint der Zins bestimmt durch den Preis der Rente, während umgekehrt der Preis der Rente öder der Kaufwert des Landes durch den Zins bestimmt ist.  Aber dies sehr konsequent, da die Rente als die allgemeine Form des surplus value dargestellt ist, der Zins des Geldes also als sekundäre Form daraus abgeleitet werden muß.

Differentialrente.  Auch von dieser findet sich der erste Begriff bei Petty.  Er leitet sie nicht ab aus der verschiednen Fruchtbarkeit von Ländereien von gleichem Umfang, sondern von der verschiednen Lage, Distanz vom Markte bei Ländereien von gleicher Fruchtbarkeit, was bekanntlich ein Element der Differentialrente ist.  Er sagt:

||1351|Wie starke Nachfrage nach Geld den Geldkurs erhöht, ebenso muß starke Nachfrage nach Korn dessen Preis erhöhen und daher auch die Rente des Bodens, der Korn trägt

(hier also direkt ausgesprochen, daß der Preis des Korns die Rente bestimmt, wie schon in der früheren Entwicklung liegt, daß die Rente nicht den Wert des Korns bestimmt),

„und schließlich den Preis des Bodens selbst, zum Beispiel wenn das Korn, das London oder eine Armee ernährt, vierzig Meilen weit hingebracht werden muß, wird das Korn, das im Umkreis einer Meile von London oder von den Quartieren einer solchen Armee wächst, seinen natürlichen Preis um soviel erhöht haben, wie die Transportkosten über 39 Meilen ausmachen … Daher kommt es, daß eigentlich gleichwertige Ländereien in der Nähe volkreicher Plätze, die von einem Gebiet mit großem Umfang ernährt werden, aus diesen Gründen nicht bloß mehr Rente abwerfen, sondern auch mehr Jahresrenten kosten werden als Ländereien in abgelegenen Gegenden etc.“ (p. 29.)

Auch den zweiten Grund der Differentialrente, verschiedne Fruchtbarkeit des Landes und daher verschiedne Produktivität der Arbeit auf Ländereien von gleicher Quantität erwähnt Petty:

Die Güte oder Dürftigkeit oder der Wert des Landes hängt davon ab, in welchem Verhältnis der größere oder kleinere Teil des Produktes, den man dafür gibt, zu der einfachen Arbeit steht, die angewandt würde, um dasselbe Produkt zu erzeugen.“ (p.67.)

Petty hat also besser als A. Smith die Differentialrente entwickelt.  |XXII-1351||

||XXII-1397| {Petty, „A Treatise of Taxes and Contributions“, London 1667Nacht rägliches.

1. Über die Masse zirkulierendes Geld, die eine Nation braucht, p. 16, 17.

Seine Anschauung von der Gesamtproduktion zeigt sich in dem Satz:

Wenn auf einem Gebiet 1000 Menschen sind und 100 davon die notwendige Nahrung und Kleidung für alle 1000 produzieren können; wenn weitere 200 so viele Waren produzieren, wie andere Nationen gegen ihre Waren oder Geld abnehmen wollen, und wenn 400 weitere beschäftigt sind, Schmuck, Vergnügen und Glanz für alle zu schaffen; wenn 200 als Regierungsleute, Theologen, Juristen, Ärzte, Kaufleute und Krämer beschäftigt sind, zusammen also 900, so entsteht die Frage“ etc. wegen der Paupers („supernumeraries“ 20). (p. 12.)

Petty bemerkt bei Entwicklung der Rente und ihrer Schätzung in Geld, wo er equal labours (quantities)21 nimmt22:

Dies, behaupte ich, ist die Grundlage der Ausgleichung und Abwägung der Werte; jedoch in dem Überbau und der praktischen Anwendung davon, gestehe ich, gibt es viel Mannigfaltiges und Verwickeltes.“ (p. 25.)

[d) „Natürliches Gleichheitsverhältnis zwischen Boden und Arbeit“]

||1398| 2. Was ihn sehr beschäftigte, is the „natural Par between Land and Labour“23 (p. 25).

Unsere Silber- und Goldmünzen bezeichnen wir mit verschiedenen Namen, so in England als Pfunde, Schillinge und Pence, die alle durch eins von den dreien ausgedrückt und aufgefaßt werden können.  Was ich aber hierüber sagen will, ist folgendes: Alle Dinge sollten durch zwei natürliche Nenner bewertet werden – Boden und Arbeit; das heißt, wir sollten sagen, ein Schiff oder Rock ist das und das Maß an Boden mit dem und dem anderen Maß an Arbeit wert, da ja beide, Schiffe und Röcke, Geschöpfe des Bodens und menschlicher Arbeit darauf sind: Wenn das richtig ist, so wären wir glücklich, ein natürliches Gleichheitsverhältnis zwischen Boden und Arbeit zu finden, so daß wir den Wert ebensogut in jedem der beiden oder noch besser in beiden allein ausdrücken und das eine ebenso leicht und zuverlässig in das andere verwandeln könnten, wie wir Pence in Pfunde verwandeln.“

Darum sucht er den „natural value des fee-simple of land“24, nachdem er den Geldausdruck der Rente gefunden.  (p.25.)

Es ist bei ihm 3fache Bestimmung, die durcheinanderläuft:

a) Die Wertgröße, die durch gleiche Arbeitszeit bestimmt ist und wobei die Arbeit als Quelle des Werts.

b) Der Wert als die Form der gesellschaftlichen Arbeit.  Daher Geld als die wahre Gestalt des Werts, obgleich er an andren Stellen alle Illusionen des Monetarsystems umwirft.  Bei ihm also die Begriffsbestimmung.

c) Verwechslung von Arbeit, als Quelle des Tauschwerts und Gebrauchswerts, wobei sie Naturstoff (land) voraussetzt.  In der Tat, he „cuts“25 die „Par“ zwischen labour and land, indem er die Fee simple des letztren als kapitalisierte Rente darstellt, also nicht vom Land als Naturstoff der realen Arbeit spricht.

3. Sagt mit Betreff des Zinsfußes:

Über die Eitelkeit und Fruchtlosigkeit, bürgerliche, positive Gesetze zu machen gegen das Gesetz der Natur“ (i.e. die aus der Natur der bürgerlichen Produktion entspringenden Gesetze), „habe ich anderweitig gesprochen.“ (l.c. p.29.)

4. Betreffs der Rente: Surplus value infolge der groß ren Produktivität der Arbeit:

Wenn die genannten Grafschaften durch mehr Arbeit, als jetzt aufgewandt wird (etwa, indem man umgräbt, statt zu pflügen, die Saatkörner einsetzt, statt sie auszustreuen, sie ausliest, statt sie wahllos zu nehmen, sie einweicht, statt sie ohne Vorbereitung zu benutzen, indem man den Boden mit Salzen, statt mit vermodertem Stroh düngt usw.), fruchtbarer gemacht werden könnten, dann wird die Rente um so höher steigen, je mehr der vergrößerte Ertrag die vergrößerte Arbeit übersteigt.“ (p.32.)

(Meint [mit vergrößerter Arbeit] den price or wages of labour26 hier.)

5. Raising of money27 [ch. XIV].

6. Die früher zitierte Stelle28 „wenn man ihm das Doppelte zugesteht, dann arbeitet er nur halb soviel etc.“, so zu verstehn: Erhielte der Arbeiter für 6 Std. den Wert von 6 Std., so erhielte er double29, was er jetzt erhält, wo er den Wert von 6 für 12 erhält.  Er würde dann nur 6 arbeiten, „und das bedeutet für die Gesellschaft einen Verlust“ etc.

Petty, „An Essay concerning the Multiplication of Mankind“ (1682).  Teilung der Arbeit (p.35, 36).

Political Anatomy of Ireland“ und „Verbum Sapienti“ 1672 (Ausgabe London 1691).

1. „Das bringt mich zu der wichtigsten Überlegung in der politischen Ökonomie, nämlich: Wie kann man ein Gleichheitsverhältnis und eine Gleichsetzung zwischen Boden und Arbeit herstellen, so daß der Wert irgendeines Dinges in beiden allein ausgedrückt werden kann.“ (p. 63, 64.)

In der Tat liegt hier nur die Aufgabe zugrunde, den Wert des Landes selbst in Arbeit aufzulösen.

||1399| 2. Diese Schrift ist später geschrieben als die früherentwickelte.30

Die tägliche Nahrung eines erwachsenen Mannes, im Durchschnitt genommen, und nicht die Tagesarbeit, ist das allgemeine Maß des Wertes und scheint ebenso regelmäßig und konstant zu sein wie der Wert von reinem Silber …  Daher bestimmte ich den Wert einer irischen Hütte nach der Zahl der täglichen Lebensmittelrationen, die der Hersteller bei ihrem Bau ausgab.“ (p. 65.)

Dies letztre ganz physiokratisch.

Daß einige Menschen mehr essen wollen als andere, ist nicht wesentlich, da wir unter täglicher Lebensmittelration den hundertsten Teil dessen verstehen, was hundert Leute der verschiedensten Art und Größe essen, um zu leben, zu arbeiten und sich fortzupflanzen.“ (p. 64.)

Aber was Petty hier in der Statistik von Irland sucht, ist nicht das common31 Maß des Wertes, sondern das Maß des Wertes in dem Sinne, wie Geld Maß der Werte ist.

3. Masse des Geldes und Reichtum der Nation (⟨„Verbum Sapienti“⟩ p.13).

4. Kapital.

Was wir Reichtum, Kapital oder Vorrat der Nation nennen und was das Ergebnis der früheren oder vergangenen Arbeit ist, sollte nicht als etwas verstanden werden, das von den gegenwärtig wirkenden Kräften zu unterscheiden ist.“ (p. 9.)

5. Produktivkraft der Arbeit.

Wir sagten, daß die Hälfte des Volkes, bei einer sehr mäßigen Arbeitsleistung das Königreich sehr bereichern könnte … auf was sollen sie dieselbe anwenden?  Dazu sage ich im allgemeinen: Auf die Herstellung von Lebensmitteln und dem Lebensnotwendigen für die gesamte Bevölkerung des Lendes durch wenige Hände; entweder durch härteres Arbeiten oder durch die Einführung von Mitteln zur Arbeitsersparung und zur Erleichterung der Arbeit, was gleichbedeutend ist mit dem, was die Menschen vergeblich von der Polygamie erhofften.  Denn wenn einer die Arbeit von fünf Mann leistet, bewirkt er dasselbe Ergebnis, als wenn er vier erwachsene Arbeiter in die Welt setzte.“ (p.22.)  „Am billigsten wird die Nahrung sein …, wenn die Nahrung durch weniger Hände als anderswo gewonnen wird.“ (p. 23.)

6. Zweck der Menschen und Ziel (p. 24).

7. Sieh über Geld auch das „Quantulumcunque“ (1682).} |XXII-1399||

Petty, Sir Dudley North, Locke

||XXII-1397| Aus einer Vergleichung der Schriften North's und Lockes mit Pettys „Quantulumcunque“(1682) und „A Treatise upon Taxes, and Contributions“ (1662) sieht man ihre Abhängigkeit von Petty 1. über das lowering des interest32; 2. raising and abasing of money33; 3. North's calling interest the rent of money34 etc. – [Vgl. auch Pettys] „Anatomy of Ireland“ (1672).

North und Locke schrieben ihre Schriften35 gleichzeitig beim selben Anlasse: Lowering of Interest und Raising of Money.  Aber die entgegengesetzten Ansichten.  Bei Locke ist das „Want of Money36 schuld an der Höhe des Zinsfußes und überhaupt daran, that things do not fetch their real prices, and the revenues to be paid out of them37.  North zeigt umgekehrt, daß es nicht das Want of Money, sondern of capital or revenue ist.  Bei ihm zuerst bestimmter Begriff stock or capital oder rather38 von Geld als einer bloßen Form des Kapitals, soweit es nicht Zirkulationsmittel.  Bei Sir Dudley North der erste richtige Begriff von Zins gegen die Lockesche Vorstellung.  |XXII-1397||

Locke

[Behandlung der Rente und des Zinses vom Standpunkt der bürgerlichen Theorie des Naturrechts]

||XX-1291a| Nimmt man die Doktrin von Locke über labour überhaupt zusammen mit seiner Doktrin über den Ursprung des Zinses und der Rente – denn nur in diesen bestimmten Formen erscheint bei ihm der Mehrwert – so ist Mehrwert nichts als fremde Arbeit, Surplusarbeit, zu deren Aneignung Land und Kapital – die Bedingungen der Arbeit – ihren Eigentümer befähigen.  Und das Eigentum von einem größern Umfang von Arbeitsbedingungen, als eine Person selbst mit ihrer Arbeit verwerten kann, ist nach Locke eine politische Erfindung, die mit der naturrechtlichen Basis des Privateigentums ||1292a| in Widerspruch steht.

{Bei Hobbes ist auch die Arbeit die einzige Quelle alles Reichtums, außer den Naturgaben, die sich gleich in konsumierbarem Zustand vorfinden.  Gott (nature) „gibt entweder unentgeltlich oder verkauft dem Menschengeschlecht gegen Arbeit“ („Leviathan“, [p.232.]).  Aber bei Hobbes ist es der Souverain, der nach Belieben Eigentum an Land verteilt.}

Die bezüglichen Stellen sind folgende:

Obwohl die Erde und alle niederen Geschöpfe allen Menschen gemeinsam gehören, so besitzt dennoch jeder Mensch in seiner eigenen Person ein Eigentum, auf das niemand als er selbst ein Anrecht hat.  Wir können sagen, die Arbeit seines Körpers und das Werk seiner Hände gehören ihm.  Alles, was er aus dem Zustand herausbringt, in dem es die Natur geschaffen und belassen hat, hat er mit seiner Arbeit vermischt und mit etwas verbunden, das ihm gehört; und auf diese Weise macht er es zu seinem Eigentum.“ ([Locke,] „Of Government“, b. II, ch.V; Works, 1768, v. II, 7th edit. p.229.)

Seine Arbeit hat as aus den Händen der Natur genommen, wo es Gemeingut war und gleichmäßig allen ihren Kindern gehörte, und hat es sich dadurch angeeignet.“ (l.c. p.230.)

Das gleiche Naturgesetz, das uns auf diese Weise Eigentum gibt, begrenzt auch dieses Eigentum … Soviel wie jemand verwenden kann, was seinem Leben irgend nützlich ist, bevor es verdirbt, soviel darf er durch seine Arbeit in Eigentum verwandeln; was darüber hinausgeht, ist mehr als sein Anteil und gehört anderen.“ (l.c.)

Aber das Hauptobjekt des Eigentums sind jetzt nicht die Früchte der Erde“ etc., „sondern die Erde selbst … Soviel Land, wie ein Mann bestellt, bepflanzt, bebaut, kultiviert und die Produkte daraus verwenden kann, soviel ist sein Eigentum.  Durch seine Arbeit grenzt er es gleichsam von dem Gemeingut ab.“ (l.c. p.230) „Unterwerfung oder Bebauung dar Erde und Herrschaft über sie sind, wie wir sehen, untrennbar verbunden.  Das eine gab den Anspruch auf das andere.“ (p.231.)  „Das Maß des Eigentums hat die Natur richtig festgesetzt durch den Umfang der menschlichen Arbeit und die Annehmlichkeiten des Lebens: Keines Mannes Arbeit könnte alles bezwingen oder sich aneignen; auch könnte für die Befriedigung seines Genusses nicht mehr als ein kleiner Teil konsumiert werden; so daß es für jedermann unmöglich wäre, auf diese Weise in die Rechte eines anderen überzugreifen oder sich zum Nachteil seines Nachbars ein Eigentum zu verschaffen … Dieses Maß beschränkte in frühen Zeiten jedermanns Besitz auf einen recht bescheidenen Anteil, auf soviel, wie er sich aneignen konnte, ohne jemand zu schädigen … Und dasselbe Maß kann, so besetzt die Welt auch erscheinen mag, ohne jemand zu schaden, noch immer zugestanden werden.“(p.231, 232.)

Die Arbeit gibt den Dingen fast ihren ganzen Wert {value hier gleich Gebrauchswert, und Arbeit genommen als konkrete Arbeit, nicht als Quantum; aber das Maß des Tauschwerts durch die Arbeit beruht in der Tat darauf, daß der Arbeiter den Gebrauchswert schafft}.  Der Rest von Gebrauchswert, der nicht auflösbar in Arbeit, ist Naturgabe, daher gemeinschaftliches Eigentum an und für sich.  Was Locke daher zu beweisen sucht, ist nicht der Gegensatz, daß [man] Eigentum noch durch andre procedures als Arbeit erwerben könne, sondern wie durch die individuelle Arbeit„ trotz dem common property39 an der Natur, individuelles Eigentum geschaffen werden könne.

Es ist in der Tat die Arbeit, die die Verschiedenheit des Weites jedes Dings bestimmt… Von den Produkten der Erde, die für das Leben des Menschen nützlich sind…, sind neunundneunzig Hundertstel ganz auf Rechnung der Arbeit zu setzen.“ (p.234.)  „Es ist also Arbeit, was den größten Teil des Wertes des Bodens bestimmt.“ (p.235.)  „Obwohl die Dinge der Natur allen gemeinsam gegeben sind, trägt doch der Mensch als Herr über sich selbst und Besitzer seiner eigenen Person und deren Handlungen oder Arbeit schon in sich selbst die große Grundlage des Eigentums.“ (p.235.)

Die eine limit ist also die Schranke der persönlichen Arbeit; die andre daß einer nicht mehr Dinge aufhäuft, als er benutzen kann.  Letztre wird erweitert durch Austausch der vergänglichen Produkte gegen Geld (abgesehn von dem sonstigen Austausch):

Er kann von diesen dauerhaften Dingen soviel aufhäufen, wie ihm gefällt; das Überschreiten der Schranken seines rechtmäßigen Eigentums“ {abgesehn von der limit seiner persönlichen Arbeit} „liegt nicht in der Größe seines Besitzes, sondern im Verderb alles dessen, was ihm keinen Nutzen bringt.  Und so kam der Gebrauch des Geldes auf, eines dauerhaften Dinges, das man aufheben konnte, ohne daß es verdarb, und das die Menschen durch gegenseitige Übereinkunft im Austausch ||1293a| gegen die wirklich nützlichen, aber leicht verderblichen Mittel zum Leben annahmen.“ (p.236.)

So entsteht Ungleichheit des individuellen Eigentums, aber Maß der persönlichen Arbeit bleibt.

Diese Teilung der Dinge in ungleichen Privatbesitz haben die Menschen, außerhalb der Grenzen der Gesellschaft und ohne Übereinkommen, nur dadurch möglich gemacht, daß sie dem Gold und Silber einen Wert beigelegt und über den Gebrauch des Geldes stillschweigend übereingekommen sind.“ (p. 237.)

Man muß nun hiermit zusammenstellen folgende Stelle aus Lockes Schrift über den Zins40 und nicht vergessen, daß nach ihm das Naturrecht die persönliche Arbeit zur Grenze of property macht:

Wir wollen nun untersuchen, wie es“ (Geld) „die gleiche Natur erlangt wie der Boden, indem es ein bestimmtes jährliches Einkommen liefert, das wir Nutzen oder Zins nennen.  Denn der Boden produziert natürlicherweise etwas Neues und Nützliches und für die Menschheit Wertvolles; Geld dagegen ist ein unfruchtbares Ding und produziert nichts, überträgt aber durch Übereinkunft den Gewinn, der das Arbeitsentgelt eines Mannes war, in die Tasche eines anderen.  Was dies bewirkt, ist die ungleiche Verteilung des Geldes; diese Ungleichheit hat die gleiche Wirkung auf den Grund und Boden, die sie auf das Geld hat … Denn die ungleiche Verteilung des Bodens ( indem du mehr Land hast, als du bearbeiten kannst oder willst, und ein anderer weniger) verschafft dir einen Pächter für dein Land; und dieselbe ungleiche Verteilung des Geldes …, verschafft mir einen Pächter für mein Geld: So ist mein Geld, durch den Fleiß des Borgers, im Geschäftsleben imstande, diesem mehr als sechs Prozent zu bringen, ebenso wie dein Land, durch die Arbeit des Pächters, imstande ist, größere Erträge hervorzubringen, als seine Rente beträgt.“ (folio ed. of Locke's Works, 1740, vol. II.)41

An dieser Stelle hat L[ocke] einerseits das polemische Interesse gegen das Grundeigentum, ihm zu zeigen, daß seine Rente sich durchaus nicht vom Wucher unterscheidet.  Aber beide „übertragen den Gewinn, der das Arbeitsentgelt eines Mannes war, in die Tasche eines anderen“ durch die ungleiche Verteilung der Produktionsbedingungen.

Lockes Auffassung um so wichtiger, da sie der klassische Ausdruck der Rechtsvorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft im Gegensatz zur feudalen und seine Philosophie überdies der ganzen spätren englischen Ökonomie zur Grundlage aller ihrer Vorstellungen diente.  |XX-1293a||

North

[Geld als Kapital.  Wachstum des Handels als Ursache für das Fallen des Zinsfußes]

||XXIII-1418| Sir Dudley North „Discourses upon Trade etc.“, London 1691 (Beiheft C)42.

Diese Schrift ganz wie die ökonomischen Sachen Lockes in direktem Zusammenhang und direkt basiert auf Pettys Schriften.

Die Schrift beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Handelskapital, gehört sofern nicht hierher.  Meisterhafte Fertigkeit innerhalb des Umfanges, den sie bearbeitet.

Es ist höchst merkwürdig, daß von der Zeit der Restauration Karls II, bis zur Mitte des 18ten Jahrhunderts von seiten der landlords beständige Klagen über den Fall der Renten (wie denn auch die Weizenpreise namentlich seit   ?43 beständig abwärts gehn).  Obgleich bei dem gewaltsamen Herabsetzen des Zinsfußes (seit Culpeper und Sir J. Child) die industrielle Kapitalistenklasse sehr beteiligt, doch die eigentlichen Vorsprecher dieser Maßregel das landed interest44.  Der „value of land“ und das „raising45 desselben“ wird als nationales Interesse geltend gemacht.  (Ganz wie umgekehrt seit ungefähr 1760 das Steigen der Renten, des value of land und der cornprices und provisions46 und die Klagen der manufacturers dagegen die Basis der ökonomischen Untersuchungen über diesen Gegenstand bildet.)

Mit wenigen Ausnahmen ist es der Kampf zwischen moneyed interest47 und landed interest, der das Jahrhundert von 1650-1750 füllt, da der Adel, der flott lebte, mit Widerwillen sah, wie die Wucherer ihn anfassen und seit der Bildung des modernen Kreditsystems und Staatsschuldsystems seit Ende des 17. Jahrhunderts in Gesetzgebung etc, ihm übermächtig gegenübertreten.

Schon Petty spricht von den Klagen der landlords über den Fall der Renten und ihren Gegensatz gegen die improvements48 (sieh die Stelle nach49).  Er verteidigt den Wucher gegen den landlord und setzt rent of money und rent of land auf eine Stufe.

Locke reduziert beide auf Exploitation der Arbeit.  Nimmt dieselbe Stellung ein wie Petty.  Beide gegen das gewaltsame Regulieren des Zinses.  Das landed interest hatte gemerkt, daß, wenn der Zins fiel, der value of land stieg.  Die Größe der Rente gegeben, fällt oder wächst ihr kapitalisierter Ausdruck, i.e. der value of land, im umgekehrten Verhältnis wie der Zinsfuß.

Der Dritte in dieser Pettyschen line ist Sir Dudley North in der oben zitierten Schrift.

Es ist dies die erste Form, worin sich das Kapital dem Grundeigentum gegenüber auf die Hinterfüße stellt, wie in der Tat usury50 ein Hauptmittel für die Akkumulation des Kapitals war, i.e. seine coproprietorship51 in den revenues des landlords.  Aber das industrielle und kommerzielle Kapital gehn mehr oder minder Hand in Hand mit den landlords gegen diese altmodische Form des Kapitals.

Wie der Landmann sein Land verpachtet, so verpachten diese“ (who have52Kapital für das Geschäftsleben, aber entweder nicht die nötige Geschicklichkeit besitzen oder die Mühe scheuen.  es im Geschäftsleben anzuwenden“) „ihr Kapital.  Dies letztere wird Zins genannt, ist aber nur die Rente vom Kapital“

(man sieht hier, wie bei Petty, wie rent den aus dem Mittelalter ||1419| Herkommenden als die ursprüngliche Form des Mehrwerts erscheint),

„wie die andere die vom Boden ist.  Und in verschiedenen Sprachen sind Mieten von Geld und Land gleichermaßen gebrauchte Begriffe, und dasselbe ist in einigen Gegenden Englands der Fall.  Ein Grundherr oder ein Kapitalherr zu sein ist also dasselbe.  Der Vorteil des ersteren besteht nur darin, daß sein Mieter den Boden nicht forttragen kann, wie der Mieter des anderen es mit dem Kapital tun kann.  Und darum soll der Boden einen geringeren Profit abwerfen als das Kapital, das mit dem größeren Risiko verliehen wird.“ ([North, „Discourses upon trade…„] p. 4.)

Zins.  North scheint zuerst den Zins richtig gefaßt zu haben, denn unter stock, wie man aus dem gleich zu Zitierenden sehn wird, versteht er nicht nur Geld, sondern Kapital (wie ja auch Petty stock und Geld unterscheidet53.  Bei Locke der Zins ausschließlich durch die Masse des Geldes bestimmt, ditto bei Petty.  Sieh die Stellen bei Massie darüber.)

Wenn mehr Verleiher als Borger da sind, wird der Zins … fallen … Nicht daß niedriger Zins das Geschäftsleben belebt, sondern bei wachsendem Geschäftsleben bewirkt das Kapital der Nation niedrigeren Zins.“ (p.4.)  „Gold und Silber und das aus ihnen geprägte Geld sind nichts als Gewichte und Maße, mit denen der Verkehr leichter vonstatten geht, als es ohne sie möglich wäre, und außerdem ein geeigneter Fonds, einen Überschuß an Kapital darin zu deponieren.“ (p.16.)

Preis und Geld.  Da der Preis nichts ist, als das Äquivalent der Ware in Geld ausgedrückt und, wenn vom Verkaufen die Rede ist, in Geld realisiert – also die Darstellung der Ware als Tauschwert, um sie nachher wieder in Gebrauchswerte zu verwandeln, so ist es eine der ersten Erkenntnisse, daß es sich hierbei um Gold und Silber nur als Daseinsform des Tauschwertes der Waren selbst – als ein Moment ihrer Metamorphose handelt, nicht um das Gold und Silber als solches.  Dies sehr schön bei North für seine Zeit:

Was brauchen diese Leute, die nach Geld schreien?“ etc.

(Die ganze Stelle, Beiheft C, S. 12, 13)*54

Ich will mit dem Bettler beginnen … es ist nicht Geld, sondern Brot und anderes Lebensnotwendige, wonach er verlangt … Der Pächter klagt über Mangel an Geld …, er denkt, wenn mehr Geld im Lande wäre, könnte er einen Preis für seine Güter bekommen.  Also fehlt ihm anscheinend nicht Geld, sondern ein Preis für sein Korn und sein Vieh, das er verkaufen möchte, aber nicht kann … Warum kann er keinen Preis erzielen?  … 1. Entweder es gibt zuviel Korn und Vieh im Land, so daß den meisten, die auf den Markt kommen ebenso wie ihm das Verkaufen not tut, das Kaufen aber nur wenigen; oder 2. der gewöhnliche Absatz durch Ausfuhr stockt, wie in Kriegszeiten, wenn der Handel unsicher oder nicht erlaubt ist; oder 3. der Konsum wird geringer, wenn z.B. die Leute infolge Armut nicht mehr soviel für ihren Haushalt ausgeben wie früher.  Deshalb ist es nicht die Vermehrung von Geld schlechthin, die sich günstig auf die Güter des Pächters auswirken würde, sondern die Beseitigung einer dieser drei Ursachen, die wirklich den Markt niederhalten.

Kaufmann und Krämer brauchen in gleicher Weise Geld, d.h., weil die Märkte stocken, fehlt ihnen der Absatz der Güter, mit denen sie handeln.“ (p. 11, 12.)

Ferner: Das Kapital ist sich verwertender Wert, während bei der Schatzbildung die kristallisierte Form des Tauschwertes als solche der Zweck.  Eine der ersten Erkenntnisse der klassischen Ökonomen daher der Gegensatz zwischen Schatzbildung und Verwertung des Gelds, i.e. Darstellung des Gelds als Kapital.

Niemand ist dadurch reicher, daß er seinen Besitz ganz in Geld, Gold- und Silbersachen usw. bei sich liegen hat, sondern im Gegenteil, er ist deshalb um so ärmer.  Der Mann ist der reichste, dessen Besitz im Wachsen ist, bestehe er nun aus verpachtetem Boden oder aus gegen Zins verliehenem Geld oder im Geschäftsleben angelegten Gütern.“ (p. 11.)

(So sagt John Bellers, „Essays about the Poor, Manufactures, Trade, Plantations, and Immorality etc.“, Lond. 1699:

Geld vermehrt sich weder, nach ist es nützlich, außer wenn es fortgegeben wird; und wie Geld für einen Privatmann nicht gewinnbringend ist, außer wenn er es für etwas Wertvolleres verwendet, so ist die ganze Masse des Geldes, die über das für das inländische Geschäftsleben absolut Notwendige hinausgeht, totes Kapital für ein Königreich oder eine Nation und bringt dem Lande, in dem es festgehalten wird, keinen Profit.“ (p. 13.))

Obwohl jeder es“ (money) „zu haben wünscht, so wünscht doch niemand oder fast niemand, es zu behalten, sondern jeder bemüht sich, es sofort zu verwenden; denn er weiß, daß von all dem Gelde, das tot daliegt, kein Gewinn, sondern ein sicherer Verlust zu erwarten ist.“ ([North, l.c.] p.21.)

||1420| Geld als Weltgeld.

Eine Nation nimmt in der Welt, was das Geschäftsleben anbelangt, in jeder Beziehung dieselbe Stellung ein wie eine Stadt in einem Königreich oder eine Familie in einer Stadt.“ (p. 14.)  „ In diesem Geschäftsverkehr unterscheiden sich Gold und Silber in keiner Weise von anderen Waren, sondern werden denen weggenommen, die Überfluß daran haben, und denen hingebracht, die Mangel daran haben oder danach verlangen.“(p.13.)

Das Quantum Geld, das zirkulieren kann, ist durch den Warenaustausch bestimmt.

Wenn auch noch soviel“ (Geld) „aus dem Ausland gebracht oder im lnlandgemünzt würde, alles, was die Erfordernisse des Handels der Nation übersteigt, ist nur Barren und wird als solches behandelt; und gemünztes Geld wird dann wie Gold- und Silbersachen aus zweiter Hand bloß zu seinem Metallgehalt verkauft.“ (p. 17, 18.)

Verwandlung von money in hullion und umgekehrt (p. 18) (Beiheft C, p. 13).  Schätzen und Wägen des Geldes.  Oszillatorische Bewegung (l.c. S. 14).55

Der Wucher und das landed interest und der trade:

Die in unserm Volk auf Zinsen ausgelegten Gelder werden noch lange nicht zum zehnten Teil an Geschäftsleute ausgegeben, um damit ihre Geschäfte zu betreiben; sie werden zum größten Teil ausgeliehen für Luxusartikel und für die Ausgaben von Leuten, die, obwohl große Grundbesitzer, doch rascher Geld ausgehen, als ihr Grundbesitz es einbrinet; und da sie den Verkauf ihrer Güter scheuen, sie lieber verhypothekieren.“ ([North, l.c. p.] 6, 7.)  |XXIII-1420||

[Berkeley über den Gewerbefleiß als Quelle des Reichtums]

||XIII-670a|Ist es nicht falsch anzunehmen, daß das Land selbst Reichtum sei?  Und ist nicht der Gewerbefleiß eines Volkes in erster Linie als das anzunehmen, was den Reichtum bildet, was sogar Land und Silber zu Reichtum macht, die beide keinen Wert haben würden, außer als Mittel und Antrieb zum Gewerbefleiß?“ („The Querist“.  By Dr. G. Berkeley, London 1750, Query56 38.)  |XIII-670a||

Hume und Massie

[a) Der Zins bei Massie und Hume]

||XX-1293a| Massies anonyme Schrift „An Essay on the Governing Causes of the Natural Rate of Interest“ erschien 1750, Humes zweiter Teil seiner „Essays“, worin sich die „Of Interest“ findet, 1752, also 2 Jahre später.  Massie also die Priorität.  Beide gewandt: Massies gegen Petty und Locke, Humes gegen Locke, in welchen beiden sich noch die Vorstellung findet, daß die Höhe des Zinsfußes von der Masse des Geldes abhängt und daß in der Tat das eigentliche Objekt of the loan57 Geld (nicht das Kapital) ist.

Massie statuiert den interest58 als bloßen Teil des Profits entschiedener als Hume, der hauptsächlich nachweist, daß der Wert des Gelds gleichgültig für Zinsfuß, da die Proportion zwischen Zins und Geldkapital gegeben – 6 p.c. z.B., also 6 l. an Wert steigen oder fallen mit dem Wert der 100 l. (also eines l.), aber die Proportion 6 dadurch nicht affiziert wird.

[b) Hume.  Fallen von Profit und Zins abhängig vom Wachstum von Handel und Gewerbe]

Beginnen wir mit Hume.

Alles in der Welt wird mit Arbeit gekauft“ („Essays“, v. I, part II, ed. 1764, London, p.289).

Die Höhe des Zinsfußes hängt ab von der Nachfrage der Borger, der Zufuhr der Ausleiher, also Nachfrage und Zufuhr.  Aber dann wesentlich voh der Höhe der „profits arising from commerce“59. (l.c. p. 329.)

Der größere oder geringere Vorrat an Arbeit und Waren muß einen großen Einfluß“ (upon interest60) „haben, denn in Wirklichkeit und dem Resultat nach borgen wir diese, wenn wir Geld auf Zins borgen.“ (l.c. p. 337.)  „Kein Mensch wird niedrigen Profit gelten lassen, wo er hohen Zins haben kann; und kein Mensch wird niedrigen Zins gelten lassen, wo er hohen Profit haben kann.“ (l.c. p. 335.)

Hoher Zins und hoher Profit sind beide der Ausdruck „unbedeutenden Fortschreitens von Handel und Gewerbe, nicht des Mangels an Gold und Silber“ (l.c. p.329).  Und „low interest“61 umgekehrt.

||1294a|In einem Staate, wo es nur Grundbesitzer gibt“ (oder, wie er später sagt, „landed gentry and peasants“62) „müssen die Borger zahlreich sein und der Zins hoch“ (p. 330),

indem der nur genießende Reichtum aus Langeweile dem Vergnügen nachjagt, andrerseits die Produktion außer der Agrikultur sehr beschränkt.  Umgekehrt, sobald sich commerce entwickelt hat.  Die passion of gain63 [beherrscht den] merchant64 ganz.  Er

kennt kein größeres Vergnügen als das, sein Vermögen täglich wachsen zu sehen65.

(Die Sucht nach Tauschwert, dem abstrakten Reichtum, wiegt hier weit vor in der nach den Gebrauchswerten.)

Und das ist die Ursache, warum das Geschäftsleben die Sparsamkeit vermehrt und warum unter den Kaufleuten die Geizhälse die Verschwender ebensosehr überwiegen, wie unter den Grundbesitzern das Umgekehrte der Fall ist.“ (p.333.)

Unproduktive Arbeit:

Advokaten und Ärzte bringen nichts Gewerbliches hervor, und ihre Reichtümer gewinnen sie nur auf Kosten anderer, so daß sie unfehlbar die Reichtümer von einigen ihrer Mitbürger ebenso rasch vermindern, wie sie ihre eigenen vermehren.“ (p.333, 334.)

Eine Zunahme des Handels erzeugt daher eine große Anzahl von Geldverleihern und bewirkt dadurch einen niedrigen Zinsfuß.“ (p.334.)

Niedriger Zins und niedrige Profite im Handel sind zwei Faktoren, die einander gegenseitig fördern, und sie stammen beide ursprünglich aus jenem ausgedehnten Handel, der reiche Kaufleute hervorbringt und das Geldkapital bedeutend macht.  Wo Kaufleute große Kapitalien besitzen, mögen diese nun durch wenige oder viele Metallstücke repräsentiert sein, muß es häufig vorkommen, wenn sie des Geschäfts müde werden oder Erben haben, die zum Handel keine Neigung oder Fähigkeit haben, daß ein großer Teil dieser Reichtümer natürlicherweise eine jährliche und sichere Revenue sucht.  Die Fülle verringert den Preis und veranlaßt die Geldverleiher, sich mit einem niedrigen Zins zu begnügen.  Diese Erwägung zwingt viele, ihr Kapital im Geschäft zu lassen und lieber mit niedrigen Profiten vorliebzunehmen, als ihr Geld unter dem Werte anzulegen.  Andrerseits, wenn der Handel große Ausdehnung erlangt hat und sehr große Kapitalien anwendet, muß die Konkurrenz unter den Kaufleuten wachsen, was die geschäftlichen Profite in dem Grade verringert, wie sich das Geschäftsleben selbst erweitert.  Die niedrigen Profite im Handel machen die Kaufleute williger, sich mit einem niedrigen Zins zu begnügen, wenn sie sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen und zu Bequemlichkeit und Nichtstun übergehen.  Es ist also zwecklos, zu untersuchen, welcher dieser Umstände, nämlich niedriger Zins ader niedrige Profite, die Ursache ist und welcher die Wirkung.  Sie entspringen beide einem ausgedehnten Handel und fördern einander gegenseitig … Ein ausgedehnter Handel bringt große Kapitalien hervor und vermindert dadurch beide, Zins wie Profite; und bei der Verminderung des einen unterstützt ihn stets das entsprechende Sinken des anderen.  Ich darf hinzufügen, daß niedrige Profite so, wie sie der Erweiterung van Handel und Gewerbe entspringen, auch ihrerseits der weiteren Ausdehnung des Handels dienen, indem sie die Waren billiger machen, den Konsum ermuntern und das Gewerbe heben.  Und daher.., ist der Zins das wahre Barometer des Staatswesens und sein niedriger Stand ein fast untrügliches Zeichen für die Blüte eines Volkes.“ (l.c. p. 334-336.)

[c) Massie.  Zins als Teil des Profits.  Erklärung der Höhe des Zinses aus der Profitrate]

(J. Massie) „An Essay on the Governing Causes of the Natural Rate of Interest; wherein the sentiments of Sir W[illiam] Petty and Mr. Locke, on that head, are considered“, London 1750.

Es erhellt aus diesen verschiedenen Auszügen66, daß Herr Locke annimmt, die natürliche Zinsrate werde bestimmt durch das Verhältnis, in dem die Geldmenge eines Landes einerseits zu den Schulden seiner Einwohner untereinander und andererseits zu seinem Geschäftsleben steht; und daß Sir W. Petty sie allein von der Geldmenge abhängig macht, so daß sie nur in bezug auf die Schulden verschiedener Meinung sind.“ (p.14, 15.)  |XX-1294a||

||XXI-1300| Reiche Leute, „statt ihr Geld selbst zu verwenden, verleihen es an andere Laute, damit diese Profit machen und für die Eigentümer einen Anteil der zu machenden Profite zurücklegen.  Aber wenn der Reichtum eines Landes in so viele Hände verstreut und so gleichmäßig verteilt ist, daß vielen Leuten nicht genug übrigbleibt, zwei Familien zu ernähren, ist – wenn sie es im Geschäftsleben anlegen – nur wenig Borgen möglich; denn 2000 l.  können, wenn sie einem Manne gehören, verliehen werden, weil die Zinsen davon eine Familie zu erhalten vermögen; gehören sie aber zehn Männern, so können sie nicht verliehen werden, weil die Zinsen keine 10 Familien zu erhalten vermögen.“ (p.23, 24.)

Von der Rate, die die Regierung für Geld zahlt, auf die natürliche Zinsrate zu schließen, ist unvermeidlich ein Trugschluß und muß es sein; die Erfahrung hat uns gezeigt, daß sie weder übereingestimmt noch miteinander in Beziehung gestanden haben; und die Vernunft sagt uns, daß sie das niemals können; denn die eine hat ihre Grundlage im Profit und die andere in der Not; die erstere hat Schranken, aber die letztere nicht.  Der Edelmann, der Geld borgt, um sein Land zu verbessern, und der Kaufmann oder Gewerbetreibende, der es borgt, um Geschäfte zu machen, haben Grenzen, die sie nicht überschreiten können; wenn sie durch das Geld 10% verdienen können, mögen sie 5% dafür geben; aber sie werden nicht 10% geben; wer dagegen aus Not borgt, hat keine andere Schranke, und Not kennt kein Gebot.“ (p. 31, 32.)

Die Berechtigung zum Zinsnehmen hängt nicht davon ab, ob jemand Profit macht oder nicht, sondern von seiner [des Geborgten] „Fähigkeit, Profit zu erzeugen, wenn es richtig angewandt wird.“ (p.49.)  „Da das, was man als Zins bezahlt, für den Gebrauch dessen, was man borgt, ein Teil des Profits ist, den das Geborgte zu produzieren fähig ist, so muß dieser Zins stets reguliert sein durch jenen Profit.“ (p. 49.)

Welcher Anteil an diesem Profit kommt dem Borger und welcher dem Verleiher von Rechts wegen zu?  Und es gibt keine andere Methode, dies zu bestimmen, als durch die Meinungen der Borger und Verleiher im allgemeinen; denn Recht oder Unrecht ist in dieser Hinsicht nur, was die allgemeine Zustimmung dazu macht.“ (p. 49.)

Diese Regel der Teilung des Profits ist jedoch nicht anzuwenden auf jeden Verleiher und Borger im einzelnen, sondern auf Verleiher und Borger im allgemeinen … Bemerkenswert große oder kleine Gewinne sind der Entgelt der Geschicklichkeit oder des Mangels an Geschäftskenntnis, womit die Verleiher überhaupt nichts zu tun haben; denn da sie durch diesen nicht Schaden leiden, brauchen sie aus jener nicht Vorteil zu ziehen.  Was von einzelnen Leuten in demselben Geschäft gesagt, ist auch auf verschiedene Arten des Geschäfts anwendhar.“ (p. 50.)

Die natürliche Zinsrate wird reguliert durch die Profite der Unternehmungen der einzelnen.“ (p.51.)

Warum nun der Zins 4 p.c. statt früher 8 in England?

Weil englische Kaufleute damals „das Doppelte des Profits einheimsten, den sie jetzt machen“.

Warum 3 p.c. in Holland, 5 und 6 in Frankreich, Deutschland, Portugal, 9 p.c. in West- und Ostindien, 12 in der Türkei?

Eine allgemeine Antwort genügt für alle diese Fälle, und zwar, daß sich die geschäftlichen Profite in diesen verschiedenen Ländern von den geschäftlichen Profiten bei uns unterscheiden, und zwar derart, daß sie alle diese verschiedenen Zinsraten hervorrufen.“ (p.51.)

Woher aber der Fall des Profits?

Durch Konkurrenz, auswärtige und inwärtige, „durch eine Abnahme des Auslandsgeschäftsverkehes“ (durch auswärtige Konkurrenz) „oder dadurch, daß die Geschäftsleute die Preise ihrer Waren gegenseitig herabdrücken…, aus der Notwendigkeit, überhaupt ein Geschäft zu machen, oder aus der Sucht, die meisten zu machen.“ (p. 52, 53.)

Die geschäftlichen Profite werden im allgemeinen bestimmt durch das Verhältnis zwischen der Zahl der Geschäftsleute und dem Umfang des Geschäftslebens.“ (p.55.)  „In Holland, wo die Zahl der im Geschäftsleben tätigen Leute im größten Verhältnis zur Gesamtzahl der Bevölkerung steht…, ist der Zins am niedrigsten; in der Türkei, wo das Mißverhältnis am größten ist, ist der Zins am höchsten.“ (p.55, 56.)

||1301|Was bestimmt das Verhältnis zwischen dem Umfang des Geschäftslebens und der Zahl der Geschäftsleute?“ (p.57.)  Die „Motive des Handels“: „natürliche Notwendigkeit, Freiheit, der Schutz der privaten Rechte, öffentliche Sicherheit“ (p. 57, 58).

Es gibt keine zwei Länder, die eine gleiche Zahl der notwendigen Lebensmittel in gleicher Fülle und mit gleichem Aufwand an Arbeit liefern.  Die Bedürfnisse der Menschen wachsen oder vermindern sich mit der Strenge oder Milde des Klimas, in dem sie leben, und folglich kann das verhältnismäßige Ausmaß an Erwerbsfähigkeit, das die Bewohner der verschiednen Länder notwendigerweise betreiben müssen, nicht gleich sein, noch läßt sich der Grad der Verschiedenheit anders als nach den Hitze- und Kältegraden ermitteln.  Man kann daher allgemein schließen, daß die Menge der für den Unterhalt einer gewissen Menschenzahl erforderlichen Arbeit in kalten Klimaten am größten, in warmen am geringsten ist; in jenen brauchen die Menschen nicht nur mehr Kleidung, sondern der Boden muß auch besser bebaut werden als in diesen.“ (p.59.)  „Eine Art Notwendigkeit, die Holland eigentümlich ist…, entspringt daraus, daß das Land übervölkert ist, was zusammen mit der zur Eindämmung und Entwässerung des Landes erforderlichen großen Arbeit die Notwendigkeit, Gewerbe zu treiben, größer macht, als sie in irgendeinem anderen Teil der bewohnbaren Welt ist.“ (p. 60.)

Massie noch bestimmter als Hume stellt interest als bloßen Teil des Profits dar; beide erklären Fall des interest67 aus der Akkumulation der Kapitalien (Massie speziell von Konkurrenz) und dem daher erfolgenden Fall des Profits.  Beide ebenso wenig über den Ursprung des Profits of trade selbst |XXI-1301||

[Ergänzung zum Kapitel über die Physiokraten]

[a) Ergänzende Bemerkung über das Tableau Économique]

||XXIII-1433|

Productives Propriétaires Stériles
2 milliards 2 milliards 1 milliard
1 milliard 1 milliard
1 milliard
1 milliard 1 milliard
Dépenses annuelles68
2 milliards
Total 5 milliards Total 2 milliards

Dies die einfachste Form des Tableau Économique.69

1. Geldzirkulation (vorausgesetzt, es werde nur jährlich gezahlt).  Die Geldzirkulation geht aus von der spending class70, den propriétaires, die keine Waren zu verkaufen haben, kaufen, ohne zu verkaufen.

Sie kaufen für 1 milliard von den Produktiven, denen sie71 die milliard Geld für Zahlung der Rente zurückschicken.  (Damit zugleich über 1/5 des agricultural produce verfügt.)  Sie kaufen für 1 milliard von den stériles, denen also 1 milliard Geld zufließt.  (Damit über 1/2 des Manufakturprodukts verfügt.)  Die stériles kaufen mit der 1 milliard Lebensmittel von den Produktiven, denen damit wieder 1 milliard in Geld zurückfließt.  (Damit über ein zweites 1/5 des agricultural produce verfügt.)  Die productives kaufen mit derselben milliard Geld für l milliard Manufakturprodukte, womit sie die Hälfte ihrer avances ersetzen.  (Damit über das zweite 1/2 des manufacturing produce verfügt.)  Die stériles kaufen ||1434| mit derselben milliard Geld Rohstoffe.  (Damit über 1 andres 1/5 des Agrikulturprodukts verfügt.)  Die [2] Milliarden Geld so zurückgeströmt zu den productives.

Es bleiben so 2/5 für agricultural produce.  1/5 in natura verzehrt, aber das zweite 1/5, worin akkumuliert?  Das ist später vorzuführen.72

2. Selbst von Quesnays Standpunkt aus, wonach in der Tat die ganze Klasse der stériles nur Lohnarbeiter sind, sieht man aus dem Tableau schon die Falschheit der Voraussetzungen.

Bei den productives sind die avances primitives (capital fixe)73 vorausgesetzt als 5mal derBetrag der avances annuelles74.  Bei den stériles wirddieses Item garnicht erwähnt, was es natürlich nicht daran verhindert, zu existieren.

Ferner falsch, daß die Reproduktion = 5 milliards.  Sie ist nach dem Tableau selbst = 7 milliards; 5 auf seiten der productives und 2 auf seiten der stériles.

[b) Rückfall der Physiokraten in das Merkantilsystem.  Forderung nach freier Konkurrenz]

Das Produkt der stériles = 2 milliards.  Dies Produkt zusammengesetzt aus 1 milliard Rohstoffen (die also teils in das Produkt eingehn, teils den déchet75 der in den Wert des Produkts eingegangenen Maschinerie ersetzen) und 1 milliard Lebensmittel, die in ihrer Bearbeitung verzehrt worden sind.76

Dieses ganze Produkt verkaufen sie an propriétaires und productives, um erstens den avance (in Rohstoffen) zu ersetzen, zweitens Agrikulturlebensmittel zu erhalten.  Es bleibt also kein Deut der Manufakturprodukte für ihren eignen Konsum, und noch weniger Zins oder Profit.  Das sieht zwar Baudeau (oder [Le] Trosne) ein und erklärt die Sache, daß die stériles ihr Produkt über seinem Wert verkaufen, also was sie zu 2 milliards verkaufen = 2 milliards minus x ist.  Der Profit und sogar ihr Konsum an notwendigen Lebensmitteln in Manufakturwaren wird also nur durch Erhöhung desPreises der Waren über ihren Wert erklärt.77  Und hier fallen die Physiokraten also notwendig in das Merkantilsystem zurück, den profit upon alienation78.

Daher so sehr nötig die freie Konkurrenz unter den manufacturers, damit sie die productives, die agriculturists, nicht zu sehr übers Ohr hauen. Andrerseits diese freie Konkurrenz nötig, damit das agricultural produce zu „bon prix“79 verkauft wird, d.h. durch Verkauf ins Ausland über seinen native price80 steigt, da ein Land vorausgesetzt, which exports wheat etc.81

[c)  Quesnay: Keine wirkliche Vermehrung des Wertes beim Austausch]

Jeder Kauf ist Verkauf, und jeder Verkauf ist Kauf.“ (Quesnay. „Dialogues sur le commerce et sur les travaux des artisans etc.“ éd. Daire82 p. 170.)  „Kaufen heißt Verkauf und verkaufen heißt Kauf.“ (Quesnay bei Dupont de Nemours „Origine etc.“ 1767, p. 392)83.

Der Preis geht immer den Käufen und Verkäufen voraus.  Wenn die Konkurrenz der Verkäufer und Käufer keine Veränderung herbeiführt, besteht er, so wie er ist, aus anderen, vom Handel unabhängigen Gründen.“ (p. 148.)84

Es ist immer anzunehmen, daß er“ (échange85) „für alle beide“ (contractants86) „gewinnbringend ist; denn sie verschaffen sich gegenseitig den Genuß von Reichtümern, die sie nur durch den Austausch erlangen können.  Aber stets handelt es sich nur um den Austausch von Reichtümern, die einen bestimmten Wert haben, gegen andere Reichtümer von gleichem Wert, und folglich nicht um wirkliche Vermehrusg von Reichtümern“ (sollte heißen: point d,augmentation réelle de valeur87).  (l.c. p. 197.)88

Avances und Kapital ausdrücklich als identisch.  Akkumulation der Kapitalien als Hauptbedingung.

Die Vermehrung der Kapitalien ist also das Hauptmittel, die Arbeit zu vermehren, und der größte Nutzen der Gesellschaft“ usw.  (Quesnay bei Dupont de Nemours, l.c. p. 391.)89}}  |XXIII-1434||

[Buat] [Verherrlichung der Grundaristokratie]

||XXII-1399| Buat (comte du), „Éléments de la politique, ou Recherche des vrais principes de l'écon. sociale“, (6 vls.), London 1773.

Dieser schwache und diffuse Schriftsteller, der den Schein der Physiokratie als ihr Wesen nimmt und die Verherrlichung der Grundaristokratie – und sie in der Tat nur soweit nimmt, als sie diesem Zwecke entspricht –, wäre gar nicht zu erwähnen, wenn hier nicht der brutal bürgerliche Charakter grob herauskäme; ganz so scharf wie etwa bei Ricardo später.  Der Irrtum, daß das produit net auf die Rente beschränkt wird, ändert nichts an der Sache.  Dieselbe Sache wiederholt von Ricardo für das produit net überhaupt.90  Die Arbeiter gehören zu den faux frais91 und existieren nur, damit die Besitzer des produit net „die Gesellschaft bilden“.  (Sieh die betreffenden Stellen.)92  Das Los der freien Arbeiter wird nur als veränderte Form der Sklaverei aufgefaßt; aber dies nötig, damit die höheren Schichten „die Gesellschaft“ bilden.  {Auch bei Arthur Young das produit net als der Zweck der Produktion, der Mehrwert.93}

||1400| Man erinnert sich der Stelle von Ricardo gegen A. Smith, dem das Kapital das produktivste, das am meisten Arbeiter anwendet.  Vgl. darüber Buat, p. 30, 31 [t. VI, p. 51, 52, 68-70].  Ferner über die arbeitende Klasse und die Sklaverei –, (p.28, 29) [t. II, p.288, 297, 309; t. III, p.74, 95, 96, 103; t. VI, p.43, 51]; über die Notwendigkeit, daß diese Arbeiter Surpluszeit arbeiten, und über den Sinn des strict nécessaire94 – (p. 30) [t. VI, p.52, 53].

Die einzige Stelle hier zu zitieren, weil gut für das Geschwätz vom Risiko, was der Kapitalist überhaupt läuft:

Sie haben viel riskiert, um viel zu gewinnen.  Aber sie haben Menschen aufs Spiel gesetzt sowie Waren oder Geld.  Was die Menschen betrifft – wenn sie sie einer offenharen Gefahr ausgesetzt haben, um Gewinn zu erzielen, haben sie eine sehr schlechte Handlung begangen.  Was die Waren betrifft – wenn es ein Verdienst ist, sie zu produzieren, so kann es kein Verdienst sein, sie für den Profit eines einzelnen Menschen aufs Spiel zu setzen“ usw. (t. II, p. 297.)  |XXII-1400||

[John Gray] [Polemik gegen die Grundaristokratie vom Standpunkt der Physiokraten]

||XXIII-1449| [John Gray]95 „The Essential Principles of the Wealth of Nations, illustrated, in opposition to some false doctrines of Dr. Adam Smith, and others“, London 1797.

Dieser Mann kannte Anderson, denn in seinem Appendix druckt er ab aus Andersons Agricultural Report for the County of Aberdeen.

Es ist dies die einzig bedeutende englische Schrift, die sich direkt an die physiokratische Lehre anschließt.  W. Spence: „Britain independent of Commerce!“, 1807, bloße Karikatur.  Derselbe Bursche 1814-15 einer der fanatischsten Verteidiger des landed interest96 auf Grundlage der Physiokratie – die free trade lehrt.  Der Bursche nicht zu verwechseln mit T. Spence, dem Todfeind des Private Property in Land97.

Die Schrift enthält erstens eine sehr vorzügliche und gedrängte Zusammenfassung der physiokratischen Doktrin.

Er leitet den Ursprung der Ansicht richtig auf Locke und Vanderlint zurück.  Schildert die Physiokraten als solche, die die Doktrin „very systematically, though not correctly illustrated“98 (p.4).  (Sieh noch darüber ihn p.6; Heft H, p. 32, 33.)99

Aus der dort angeführten Zusammenfassung geht sehr schön hervor, wie die Privationstheorie, die die späteren Apologetiker, partly100 schon Smith, zur Grundlage der Kapitalbildung machen, grade aus der Ansicht der Physiokraten hervorging, daß in Industrie etc., no surplus value is created101:

Die Summe, die ausgelegt wird, sie102 zu beschäftigen und zu erhalten, bewirkt nicht mehr, als die Existenz ihres eigenen Werts fortzusetzen, und ist deshalb unproduktiv.“ {Weil off surplus value – unproductive103} „Der Reichtum der Gesellschaft kann durch Handwerker, Manufakturisten oder Kaufleute niemals im geringsten auf andere Weise vermehrt werden als durch Ersparung und Akkumulation eines Teils dessen, was für ihren täglichen Unterhalt bestimmt ist; sie können folglich nur durch Entsagung oder Sparsamkeit etwas zum Gesamtkapital beitragen“

(Entsagungstheorie des Senior und Spartheorie des Adam Smith),

„Landbebauer dagegen können ihr gesamtes Einkommen verzehren und doch gleichzeitig den Staat bereichern, denn ihr Fleiß liefert ein Mehrprodukt, das Rente genannt wird.“ (p.6.)

Eine Menschenklasse, deren Arbeit (obwohl sie etwas produziert) nicht mehr produziert, als was verausgabt wurde, um diese Arbeit zu bewirken, darf mit der höchsten Berechtigung eine unproduktive Klasse genannt werden.“ (p.10.)

Produktion von Mehrwert sehr zu unterscheiden von transfer104 desselben.

Die Vermehrung der Revenue“ {dies ist Akkumulation} „ist nur indirekt der Gegenstand der Ökonomisten …  Ihr Gegenstand ist die Produktion und Reproduktion der Revenue.“ (p.18.)

Und dies ist das Große an der Physiokratie.  Sie fragt sich, wie wird der Mehrwert (bei ihm [Gray] gleich Revenue) produziert und reproduziert?  Die Frage, wie er reproduziert wird auf größerer Stufenleiter, i.e. vermehrt wird, kommt in zweiter Linie.  Seine Kategorie, das Geheimnis seiner Produktion ||1450| muß erst enthüllt sein.

Mehrwert und commercial capital105.

Wenn es sich um die Produktion der Revenue handelt, ist es ganz unlogisch, ihr die Übertragung von Revenue zu unterstellen, worauf sich alle Handelsgeschäfte reduzieren lassen.“ (p. 22.)  „Was bedeutet das Wort commerce anderes als comnustatio mercium106 …, der mitunter für den einen vorteilhafter ist als für den anderen; was aber der eine gewinnt, verliert stets der andere, und ihr Handel bringt in Wirklichkeit keine Vermehrung hervor.“ (p. 23.)  „Wenn ein Jude eine Krone für 10 sh. oder einen Farthing aus der Zeit der Königin Anna für eine Guinee verkaufte, so würde er zweifellos sein eigenes Einkommen vermehren, aber er würde damit nicht die Menge des vorhandenen Edelmetalls vergrößern; und die Natur dieses Handels wäre dieselbe, ob nun sein Raritäten sammelnder Kunde in derselben Straße mit ihm wohnte oder in Frankreich oder in China.“ (p. 23.)

Bei den Physiokraten der Profit der Industrie erklärt als profit upon alienation107 (also merkantilistisch).  Dieser Engländer zieht daher den richtigen Schluß, daß dieser Profit bloß ein Gewinn, wenn die Industriewaren ins Ausland verkauft.  Aus der merkantilistischen Prämisse zieht er den richtigen merkantilistischen Schluß.

Kein Manufakturist, wieviel er auch selbst gewinnen mag, fügt etwas zu der nationalen Revenue hinzu, wenn seine Ware im Inland verkauft und konsumiert wird; denn der Käuferverliert genau das …, was der Manufakturist gewinnt …  Was hier vor sich geht, ist ein Austausch zwischen dem Verkäufer und dem Käufer, aber keine Vermehrung.“ (p.26.)  „Um dem Mangel eines Überschusses abzuhelfen …, schlägt der Unternehmer einen Profit von 50 Prozent auf seine Auslagen an Arbeitslohn oder 6 d. je Schilling auf jeden Arbeitslohn auf …  Und wenn die Manufakturware ins Ausland verkauft ist, würde dies der nationale Profit“ (p. 27) von soundso viel „artificers“108 sein.

Sehr gute Darstellung der Gründe des holländischen Reichtums.  Fischfang.  (Hätte auch Viehzucht anführen sollen.)  Monopoly of the spices of the East.  Carrying trade.109 Geldverpumpen ins Ausland (Beiheft H, S. 36, 37)110.

Die „Manufakturisten sind eine nützliche Klasse“, aber keine „produktive Klasse.“ (p.35.)  Sie „bewirken eine Umwandlung oder Übertragung der Revenue, die der Bodenbebauer früher beschafft hat, indem sie dieser Revenue in einer neuen Form Dauerhaftigkeit verleihen.“ (p.38.)

Es gibt nur 4 essential classes.  Productive class or cultivators.  Manufacturers.  Defenders.  The class of instructors111, die er den physiokratischen Décimateurs112 oder Pfaffen substitutes113, „denn jede zivilisierte Gesellschaft muß ernährt, bekleidet, verteidigt und unterrichtet werden“ (p.51).

Der Fehler der Economists besteht darin, daß sie

die Empfänger von Grundrenten, als bloße Rentenempfänger, für eine produktive Klasse in der Gesellschaft hielten … sie haben bis zu einem gewissen Grad ihren Fehler wiedergutgemacht dadurch, daß sie andeuteten, Kirche und König sollten aus diesen Renten erhalten werden.  Dr. Smith … läßt das“ (diesen error114 der Economists) „durch diese ganze Untersuchung hindurchgehen“ (dies richtig) „und richtet seine Widerlegung gegen den richtigen Teil des Systems der Ökonomisten.“ (p. 8.)

||1451| Die landlords als solche sind nicht nur keine produktive, sondern nicht einmal an essential class of society.

Die Grundeigentümer als bloße Empfänger von Grundrenten sind keine notwendige Klasse der Gesellschaft …  Indem sie die Grundrenten von ihrem ursprünglichen Zweck der Verteidigung des Staates trennen, verwandeln sich die Empfänger dieser Renten aus einer notwendigen in eine der überflüssigsten und lästigsten Klassen der Gesellschaft.“ (p. 51.)

Sieh das Weitere darüber, das sehr gut ist, – und diese Polemik gegen die Grundrentner vom physiokratischen Standpunkt als Abschluß ihrer Doktrin sehr wichtig, S.38, 39 (Beiheft H).115

Weist nach, daß die reelle Steuer auf Land türkisch (l.c. p. 59).

Der landlord besteuert nicht nur improvements of land116, sondern of presumption of future improvement117 (S. 40) [p. 63, 64].  Steuer auf Rente (S. 40, Heft, l.c.) [p. 65].

Die physiokratische Doktrin anciently established118 in England, Irland, feudalen Europa, Empire of the Mogul119 (S. 42, l.c.)  [p.93, 94].

Der landlord als tax-imposer120 (S.43, l.c.) [p. 118].

Die physiokratische Borniertheit bricht in folgendem hervor (Mangel an Verständnis der Teilung der Arbeit):

Gesetzt, ein Uhrmacher oder Kalikofabrikant kann seine Uhr oder Kaliko nicht verkaufen.  {Aber gesetzt, ein Produzent von Kohlen, Eisen, Flachs, Indigo etc, kann diese Produkte nicht verkaufen, oder selbst ein Kornproduzent kann sein Korn nicht verkaufen.  Hierüber sehr gut der vorhin zitierte Béardé de l'Abbaye121.  Er [Gray] muß geltend machen die unmittelbare Produktion gegen die Waren produktion, sehr im Widerspruch damit, daß wieder die valeur vénale122 die Hauptsache bei den Physiokraten.  Aber dies geht bei dem Burschen durch, Die bürgerliche Anschauung innerhalb der Vorstellungsweise der antebürgerlichen.}  Zeigt,

„daß ein Manufakturist sich nur dadurch bereichert, daß er ein Verkäufer ist“ (zeigt nur, daß er sein Produkt als Ware produziert) „und daß dann, wenn er aufhört, ein Verkäufer zu sein, seine Profite“ (und wo bleiben die profits des farmers who is not a seller123?) „sofort aufhören, weil sie nicht natürliche, sondern künstliche Profite sind.  Der Bodenbebauer dagegen … kann bestehen und gedeihen und sich vermehren, ohne daß er etwas verkauft.“ (p. 38, 39.)

(Dann muß er aber zugleich manufacturer sein.)

Gegen A. Youngs High Price124, als wichtig für die prosperity of agriculture125; aber dies zugleich Polemik gegen die Physiokratie (S.41, 42, Beiheft H, und 43) [l.c. p. 65-78 und 118].

Aus nominellem Erhöhen des Preises auf seiten des Verkaufes kann der Mehrwert nicht abgeleitet werden.

Durch die Heraufsetzung des nominellen Werts des Produkts … werden die Verkäufer nicht reicher…, da sie genau das, was sie als Verkäufer gewinnen, in ihrer Eigenschaft als Käufer wieder ausgeben.“ (p. 66.)

Vanderlintisch:

Solange für jeden Müßiggänger ein anbaufähiges Stück Land gefunden werden kann, sollte kein Müßiggänger ohne ein Stück Land bleiben.  Arbeitshäuser sind eine gute Sache; aber Arbeitsfelder sind viel besser.“ (p. 47.)

Gegen das farm system, für long leases126, da das Grundeigentum sonst nur die Produktion hindert und improvements (S. 43) [p. 118-123].  („Irish right of tenantry“.)127 |XXIII-1451||

Abschweifung (über produktive Arbeit)

||V-182| Ein Philosoph produziert Ideen, ein Poet Gedichte, ein Pastor Predigten, ein Professor Kompendien usw.  Ein Verbrecher produziert Verbrechen.  Betrachtet man näher den Zusammenhang dieses letztren Produktionszweigs mit dem Ganzen der Gesellschaft, so wird man von vielen Vorurteilen zurückkommen.  Der Verbrecher produziert nicht nur Verbrechen, sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den Professor, der Vorlesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem das unvermeidliche Kompendium, worin dieser selbe Professor seine Vorträge als „Ware“ auf den allgemeinen Markt wirft.  Damit tritt Vermehrung des Nationalreichtums ein.  Ganz abgesehn von dem Privatgenuß, den, wie uns ein kompetenter Zeuge, Prof. Roscher, [sagt,] das Manuskript des Kompendiums seinem Urheber selbst gewährt.128

Der Verbrecher produziert ferner die ganze Polizei und Kriminaljustiz, Schergen, Richter, Henker, Geschworene usw.; und alle diese verschiednen Gewerbszweige, die ebenso viele Kategorien der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit bilden, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des menschlichen Geistes, schaffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer Befriedigung.  Die Tortur allein hat zu den sinnreichsten mechanischen Erfindungen Anlaß gegeben und in der Produktion ihrer Werkzeuge eine Masse ehrsamer Handwerksleute beschäftigt.

Der Verbrecher produziert einen Eindruck, teils moralisch, teils tragisch, je nachdem, und leistet so der Bewegung der moralischen und ästhetischen Gefühle des Publikums einen „Dienst“.  Er produziert nicht nur Kompendien über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und damit Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane und sogar Tragödien, wie nicht nur Müllners „Schuld“ und Schillers „Räuber“, sondern selbst „Ödipus“ und „Richard der Dritte“ beweisen.  Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des bürgerlichen Lebens.  Er bewahrt es damit vor Stagnation und ruft lene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde.  Er gibt so den produktiven Kräften einen Sporn.  Während das Verbrechen einen Teil der überzähligen Bevölkerung dem Arbeitsmarkt entzieht und damit die Konkurrenz unter den Arbeitern vermindert, zu einem gewissen Punkt den Fall des Arbeitslohns unter das Minimum verhindert, absorbiert der Kampf gegen das Verbrechen einen andern Teil derselben Bevölkerung.  Der Verbrecher tritt so als eine jener natürlichen „Ausgleichungen“ ein, die ein richtiges Niveau herstellen und eine ganze Perspektive „nützlicher“ Beschäftigungszweige auftun.

Bis ins Detail können die Einwirkungen des Verbrechers auf die Entwicklung der Produktivkraft nachgewiesen werden.  Wären Schlösser je zu ihrer jetzigen Vollkommenheit gediehn, wenn es keine Diebe gäbe?  Wäre die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwärtigen Vollendung gediehn, gäbe es keine ||183| Falschmünzer?  Hätte das Mikroskop seinen Weg in die gewöhnliche kommerzielle Sphäre gefunden (siehe Babbage) ohne Betrug im Handel?  Verdankt die praktische Chemie nicht ebensoviel der Warenfälschung und dem Bestreben, sie aufzudecken, als dem ehrlichen Produktionseifer?  Das Verbrechen, durch die stets neuen Mittel des Angriffs auf das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins Leben und wirkt damit ganz so produktiv wie strikes auf Erfindung von Maschinen.  Und verläßt man die Sphäre des Privatverbrechens: Ohne nationale Verbrechen, wäre je der Weltmarkt entstanden?  Ja, auch nur Nationen?  Und ist der Baum der Sünde nicht zugleich der Baum der Erkenntnis seit Adams Zeiten her?  Mandeville in seiner „Fable of the Bees“ (1705) hatte schon die Produktivität aller möglichen Berufsweisen usw. bewiesen und überhaupt die Tendenz dieses ganzen Arguments:

Das, was wir in dieser Welt das Böse nennen, das moralische so gut wie das natürliche, ist das große Prinzip, das uns zu sozialen Geschöpfen macht, die feste Basis, das Leben and die Stütze aller Gewerbe und Beschäftigungen ohne Ausnahme; hier haben wir den wahren Ursprung aller Künste und Wissenschaften zu suchen; und in dem Moment, da das Böse aufhörte, müßte die Gesellschaft verderben, wenn nicht gar gänzlich untergehen.“

Nur war Mandeville natürlich unendlich kühner und ehrlicher als die philisterhaften Apologeten der bürgerlichen